soli deo gloria

 

 

 

Jesus Christus - mein Herr und mein Gott

 

 

 

Ich lebte einst getrennt von Ihm

 

und in meinem tiefsten Innern war eine unheimliche Leere.

 

Jetzt habe ich längst meinen Meister

 in Jesus Christus gefunden,

  

und dort wo nichts war, ist jetzt Hülle und Fülle.

 

  

 

 

Obwohl ich schon als Kind unter Muskelschwund gelitten habe, bin ich immer ein unverbesserlicher Optimist gewesen. Vor meiner radikalen Umkehr zum Herrn Jesus Christus wusste ich nicht, warum das so ist. Kann man denn optimistisch sein, ohne einen guten Grund dafür zu haben? Hat man etwas Glück, wird Einiges gut gehen, hat man viel Glück, wird vielleicht Alles gut gehen, aber irgendwann hört es auf mit dem Glück des Tüchtigen. Und dann? Auch unser Leben hat mal ein Ende, irgendwann ist Schluss damit. Das ergibt doch keinen Reim, dachte ich in tiefsinnigen Stunden, all unser lebenslängliches Tun, alles was wir sind und haben, ist für den Untergang bestimmt, alles wird mal zu Staub, alles ist letztendlich für die Katz. Sehr deprimierend, nicht wahr? Deshalb hat mir damals in meinem alten Leben etwas gefehlt, um wahrhaftig glücklich zu sein. Die kindliche Freude, die meine Zuversicht begleitete, war betrübt von der scheinbaren Sinnlosigkeit des Lebens.

Als Jugendlicher habe ich gegen Gott innerlich rebelliert. Das seelische Leid, das mir die Muskelkrankheit verursachte, war zuviel für mich. Ich konnte nicht echt an einen Gott glauben. Oft fragte ich mich - wie eben die meisten, denen was Übles zustößt - warum gerade ich, und ich konnte mir nicht vorstellen, dass ER darauf eine vernünftige Antwort gehabt hätte. Irrtümlicherweise habe auch ich gedacht, wenn es einen liebevollen Gott gäbe, hätte ER mir all das (vermeintlich) Schlimme nicht antun können.

Nachgedacht über Jesus Christus habe ich natürlich schon als Kind - wie viele andere auch, die in einer guten katholischen Familie aufwachsen. Ich ging zwar immer brav in die Kirche und habe dort andächtige Stunden verbracht, nur war Jesus in meinen Augen nicht mehr als ein ehrwürdiger Held außergewöhnlicher Güte und – ganz wichtig für mich - ein Vorbild im Leiden. Meiner Mutter verdanke ich es, dass mich tief im Herzen das Verlangen nach einem gelebten Glauben nie losgelassen hat. Ich war trotzdem, bis etwa im 22. Lebensjahr, nicht mehr und nicht weniger als ein Atheist. Meine Überlegung war diese: Wenn die Evolution allein durch Zufall den Menschen hervorgebracht hat, dann ist das schon ein großes Wunder. Gäbe es aber einen Schöpfer, wäre dies ja das Phantastischste überhaupt. Nur dann hätten wir ein viel schwierigeres Problem; nämlich erklären, wie Gott entstanden ist. Nein, also das kann nie gelingen. Da ist es doch viel vernünftiger an die Evolution zu glauben. Eine Folge davon war, dass ich so gut wie nie freiwillig gebetet habe. Ich fand es sogar für den Fall überflüssig (man muss mit allem rechnen), wenn es trotzdem einen Gott geben sollte, weil dann sowieso alles nach Seinem Plan ablaufen wird, ohne dass ich Ihm meine Bedürfnisse kundtue, die ER besser kennt als ich selber.

 

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In Deutschland hatte ich zu entscheiden, ob ich, um beruflich weiterzukommen, zwei Jahre Umschulung mache. Am Abend vor Ablauf der Frist, innerhalb derer ich den wichtigen Entschluss fassen musste, bin ich ganz schön ins Schwitzen gekommen, weil ich eigentlich mehr Gründe wider als dafür hatte. Aber so sehr ich mir auch gewünscht hätte, auf die Umschulung zu verzichten, irgendetwas sträubte sich in mir dagegen. Ich musste einfach zustimmen. Heute ist mir klar: Dieses Irgendetwas war ein stummes Signal Gottes, das mich auf die richtige Spur bringen sollte. Nach der schwierigen Umschulung, 400 Kilometer vom Wohnort, und ein Jahr Arbeitslosigkeit kam ich übers Arbeitsamt (durch einen Glaubensbruder, den ich als solchen erst später kennengelernt habe) in eine Firma, nur 400 Meter von meiner Wohnung entfernt. Der Geschäftsführer dort war ein überzeugter Christ und leitete wöchentlich einen Hauskreis, an dem ich regelmäßig teilzunehmen begann. Ich kam dann auch zu den Rüstzeiten der Internationalen Evangelikalen Laiengemeinschaft, wo das Christsein dem ursprünglichen Zweck diente, nämlich nicht als eine Form von Religion, sondern als das Leben selbst, wo der Alltag geprägt ist von der persönlichen Beziehung zu dem Heiland Jesus Christus, von der Wiedergeburt aus Wasser und Geist, wie Jesus selbst es nennt. So habe ich schließlich 32-jährig, 1994 zu der einzigen Quelle gefunden, wo ich meinen Lebensdurst stillen konnte - zu Jesus Christus, „in welchem verborgen liegen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis“ (Kolosser 2,3). Ich will nicht sagen, dass ich Gott gefunden habe, vielmehr hat ER mich gesucht und gefunden: ER hat mir die Bahn geebnet und mich auf Wege gebracht, die ich selber nie gewählt hätte. Gottes stiller Ruf hallt unaufhörlich durch Seine Schöpfung, und Seine Geschöpfe nehmen ihn oft wahr, ohne zu wissen, woher er kommt. Ich wäre verloren gegangen, wenn ich diesen Ruf nicht gehört hätte. In Jesus habe ich jetzt den Beistand des allmächtigen Gottes und besten Grund für meinen Optimismus; denn ER ist das ewige Leben, der „Vater des Lichts, bei dem keine Veränderung ist, noch Wechsel des Lichts und der Finsternis“ (Jakobus 1,17). Der Muskelschwund, an dem ich schon so lange leide, hätte mir mit Sicherheit auch den Lebensmut schwinden lassen, wenn ich nicht in Gott - in Jesus Christus - den Felsen gefunden hätte, an dem ich all meine Hoffnungen festbinden darf. Ich schrei(b)e es hinaus in alle Welt: Jesus Christus hat mich erlöst. ER hat mich neu gemacht!!!

Kurz vor meiner Bekehrung 1994, hatte ich wegen Alkoholvergiftung einen sehr schweren Kreislaufkollaps. Nur der Gnade Gottes verdanke ich es, dass ich dabei nicht gestorben bin. Mir war nicht sofort klar, dass mein altes Leben hier zu Ende gehen und das neue in Jesus Christus beginnen musste, aber das fast tödliche Ereignis leitete zweifelsohne meinen endgültigen geistlichen Wendepunkt ein.

Seitdem ich die Bibel gründlich lese, habe ich erkannt, dass es die Wahrheit ist. Was Jesus da lehrt, ist mir sehr einleuchtend. Für mich ist ganz klar: Wer nicht hat wofür zu sterben, hat auch nicht wofür zu leben. Ein Menschenleben gewinnt um so mehr an Sinn, je mehr es im Dienst am Nächsten - und im allgemeinen an der Schöpfung - aufgeht. So war es bei Jesus, ER hat sich für die Niedrigsten aufgeopfert. Das wunderbar Einmalige: ER ist der Sohn Gottes, Gott in Menschengestalt, geboren von der Jungfrau Maria. Sein kostbares Leben war Ihm nicht zu schade, um es hinzugeben für die Sünde der Welt. Deshalb kann ich volles Vertrauen in Ihn haben. Alles, was ER versprochen hat, wird ER einhalten. Gott selber hat sich als Mensch in der Gestalt Jesu Christi offenbart. Was hätte ER Schöneres tun können, um uns Seine Liebe kundzutun? ER verließ die paradiesische Herrlichkeit in der ER wohnte, durchbrach die Grenze von Raum und Zeit, um den Menschen die unfassbare Barmherzigkeit Gottes zu bezeugen. Der Allmächtige, so groß und erhaben ER auch ist, hat ein Auge für die Missachtetsten unter uns. Jesus ist gekommen, um zu retten, was verloren ist, zu heilen was krank ist, reich zu machen, was arm ist, zu sättigen was hungert, aufzubauen, was zerstört ist, zu erfreuen, was traurig ist, zu beleben, was tot ist. ER ist wie ein Samenkorn, dass der Bauer in gute Erde sät, und reichlich Frucht bringt. Der Bauer ist Gott, die Frucht sind Seine Jünger, Menschen, die von Seinem Geist beherrscht sind und sich von Ihm leiten lassen.

So wie es mir jetzt unmöglich ist, zu verstehen, dass es Zuversicht ohne Jesus Christus geben kann, so auch all die Lebensfreude, die sich zum Beispiel in der Kunst oder im Sport ausdrückt. Kann ich mich wahrhaftig freuen und jubeln, als wäre ich aus dem Häuschen, wie die Fans auf einem Konzert oder im Fußballstadion, solange ich nicht von der frohen Botschaft Jesu Christi bewegt bin? Ohne Ihn ist alle Freude getrübt. Erst wenn ich Ihn kenne, habe ich wahren Grund zum Jubeln. Was ER mir gibt, kommt vom Ursprung des Lebens – hier wo all der Überfluss Gottes sprudelt und ER uns freudig Seine Gaben spendet. Sein Geist der Vergebung, Versöhnung, Liebe und Barmherzigkeit ist das, was die Sehnsucht einer Seele nach einem würdigen sinnvollen Leben stillt und die Leidenschaftlichkeit des Menschen ausschöpft. Wahrhaftig glücklich sind diejenigen, die alles geben Gott zur Ehre, in ihrem Bestreben, die Not und das Leid Seiner Schöpfung zu lindern. Es ist und wird immer Gottes Geheimnis bleiben, wie ER mit solcher wunderbarer Kraft waltet, aber es ist Tatsache: Menschen, die ER berührt, werden verwandelt und ihr Leben bekommt eine neue Farbe. Das, was Gott gebietet, ist das einzige, was dem Menschen auf Dauer das Glück sichert. Alles andere, was der Mensch aus Besserwisserei tut, ist früher oder später zum Scheitern verurteilt. Tu ich etwas aus Liebe zu Gott, dann dient es allen: den Dingen, den Pflanzen, den Tieren, den Menschen - Feinden und Freunden und wunderbarerweise mir selber. Es ist wie das Echo - je stärker man schreit, desto stärker der Schall. Im Klartext:  Je mehr ich freiwillig gebe, desto mehr wird meine Seele erquickt von Frieden und Freude. Albert Schweitzer (1875-1965), der berühmte Missionsarzt von Lambarene (Gabun, Zentralafrika), hat einmal gesagt: „Das Glück kann man nur multiplizieren, indem man es teilt“. Gott hat alles, was ER gemacht hat, gut gemacht, aber das hat ER besonders raffiniert gemacht. Wir Menschen denken zu mathematisch, es will uns nicht in den Kopf, dass durch Teilen mehr herauskommt. Gott hat unsere Seele so geschaffen, dass sie etwas von Seiner Herrlichkeit wahrnehmen kann, wenn sie voller Demut, befreit von aller Habgier und Selbstsucht, sich einfach in Seine Hände fallen lässt. 

Ich staune immer wieder, wie viele Glaubenszeugen sich in der christlichen Geschichte finden lassen, die kein Opfer gescheut haben, wenn es darum ging, ein Werk der Nächstenliebe zu vollbringen, weil es ihr Erlöser ebenso getan hat. Ich bin mir sicher: Auch wenn so mancher dafür sein Leben geben musste - kein einziger hat es auch nur einen Augenblick bereut. „Darum auch wir: Weil wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, lasst uns ablegen alles, was uns beschwert, und die Sünde, die uns ständig umstrickt, und lasst uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist, und aufsehen zu Jesus, dem Anfänger und Vollender des Glaubens, der, obwohl ER hätte Freude haben können, das Kreuz erduldete und die Schande geringachtete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes“ (Hebräer 12,1-2).

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Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob ich an Jesus Christus glaube oder nur an einen automatischen Gott, der hinter der Kulisse steht und das Weltall wie mit einer Fernbedienung willkürlich steuert. Warum glaube ich an Jesus Christus? Ludwig Hofacker (1798-1828) sagte, dass er das predigt, was er braucht. Auch ich glaube an Jesus Christus, weil ich Ihn einfach brauche, um mein Leben zu meistern und der Heilige Geist mir sagt, dass ER die Wahrheit ist. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie ich es ohne diesen Glauben noch aushalten könnte, der mit der Zeit Gewissheit wird. Mit Jesus habe ich die Möglichkeit einen geistlichen Dialog zu führen. Ihm kann ich auch das sagen, was ich vor keinem Menschen auszusprechen wage. Seine Kraft kann mich durchdringen, mich befreien von all dem Ballast, den ich in mir trage. Gottes Geist verändert mich so, dass ich was tun kann, um dem Nächsten zu helfen, das Gute zu suchen und vollbringen. Ich kann mir keine bessere Welt vorstellen als die, die entstehen würde, wenn alle Menschen den Richtlinien folgen würden, die Jesus Christus uns gezeigt hat. Eine gerechte Welt, wünscht sich natürlich jeder. Jeder weiß auch im Prinzip, wie es dazu kommen könnte. Jeder weiß, was gut und recht ist, aber nur wenige tun es. Alle sind der Meinung, es darf keine Mühe gescheut werden, bis Friede und Gerechtigkeit herrschen - eigentlich hätte niemand das Recht auf Wohlstand, solange noch irgendwo auf der Welt ein Mensch hungert. Also, warum dann nicht gleich radikal handeln, wie es Jesus verlangt: „Verkaufe alles, was Du hast, und gib’s den Armen“ (Lukas 18,22), „wenn jemand mit dir rechten will und dir deinen Rock nehmen, dem lass auch den Mantel. Und wenn dich jemand nötigt, eine Meile mitzugehen, so geh mit ihm zwei. Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht ab von dem, der etwas von dir borgen will“ (Matthäus 5,40-42), „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (Matthäus 19,19), „Liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen; segnet, die euch verfluchen; bittet für die, die euch beleidigen. Und wer dich auf die eine Backe schlägt, dem biete die andere auch dar; . . . Wer dich bittet, dem gib; und wer dir das deine nimmt, von dem fordere es nicht zurück. Und wie ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, so tut ihnen auch! Und wenn ihr die liebt, die euch lieben, welchen Dank habt ihr davon? Denn auch die Sünder lieben ihre Freunde. Und wenn ihr euren Wohltätern wohltut, welchen Dank habt ihr davon? Denn die Sünder tun dasselbe auch. Und wenn ihr denen leiht, von denen ihr etwas zu bekommen hofft, welchen Dank habt ihr davon? Auch die Sünder leihen den Sündern, damit sie das Gleiche bekommen. Vielmehr liebt eure Feinde; tut Gutes und leiht, wo ihr nichts dafür zu bekommen hofft. So wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Kinder des Allerhöchsten sein; denn ER ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen“ (Lukas 6,27 -35).

Sicherlich haben viele Dinge dafür gesorgt, dass ich heute mit aller Geisteskraft an Gott glaube, aber ich wage zu behaupten, die Stereo-Musik hat mein Bewusstsein für eine göttliche Realität geöffnet. Als meine Ohren zuerst 1983 Musik im Raumklang und dann gleich zauberhafte Werke lauschen durften („The China Concerts“ von Jean-Michel Jarre, „The Wall“ von Pink Floyd, „Toccata und Fuge“ von Johann Sebastian Bach), habe ich wie nie zuvor gedacht, so wunderschön kann es nur im Paradies klingen, so hört sich nur die Himmelsmusik an, die von den Engeln Gottes oder sogar von Gott selbst gemacht wird. Die Stereo-Töne ließen mich eine neuartige geheimnisvolle Dimension erleben, die scheinbar Gottes Herrlichkeit widerspiegelt, losgelöst von Zeit und Raum, ewig und schrankenlos. Der berühmte Komponist Leonard Bernstein (1918 - 1990) erklärte sein Schaffensziel ungefähr so: „Im Anfang war der Ton, und der Ton war bei Gott, und Gott war der Ton (Vergleich mit Johannes 1,1). Diesen möchte ich einfangen“. Genau das ist es, was auch die Musik ausmacht, die ich am liebsten höre und für mich ein mystisches Erlebnis ist. In „The Wall“ habe ich das Fragment entdeckt, welches wie kein anderes die Melodie innehat, die Gott beim ersten Schöpfungsakt miterzeugt haben muss.

Es mag vieles in der Weltliteratur und in der Kunst geben, was erzieherischen Wert hat und das Menschsein in seiner Vielfältigkeit hervorragend schildert bzw. darstellt, aber was nützt das alles dem zerrüttelten modernen Menschen, wenn er den heiligen dreieinigen und ewigen Gott außer Acht lässt. Wäre ein Gottesleugner noch so glücklich - irgendwann würde er verzweifeln an der Sinnlosigkeit seines Lebens, weil dieses ja, zeitlich gesehen, keinen Bestand hat. Ebenso all sein Tun. Ich versuchte Schriftsteller und Maler zu werden, weil Kunst ein Hauch von Unsterblichkeit in sich birgt, aber auch das konnte nicht verhindern, dass ich mir vorgekommen bin wie ein Blatt im Wind. Solange jemand die Tatsache ignoriert, dass Gott nicht nur die einzige immerwährende Realität, sondern auch eine allwissende allgegenwärtige Persönlichkeit ist, wird er in seiner Vergänglichkeit gefangen bleiben. Er wird verkümmern im Teufelskreis seiner eigenen Begierden. Kein Mensch sollte denken, dass er etwas grundlegend neues schaffen kann. Gott hat alles gemacht, was gemacht werden musste. Wir Menschen brauchen nur Seine Schöpfung nach Seinen Anweisungen nutzen und pflegen. Alle Rechnungen, die wir ohne den Wirt nach unserem Egoismus machen, werden nicht aufgehen. Unseres Glückes Schmied sind wir nur, wenn wir völlig im Einklang handeln mit dem den endlosen Kosmos durchdringenden Heiligen Geist, der uns ermöglicht Gott zu erkennen, Ihn anzubeten und von Seinem Überfluss zu schöpfen.

 

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Ich habe nach meiner Bekehrung erlebt, dass Jesus Christus die Sehnsucht erfüllt, die meine Seele durch nichts irdisches bekommen kann. Der Mensch ist ein sehr kompliziertes Wesen. Um sein seelisches Gleichgewicht herzustellen, muss er auch die unsichtbaren Dinge hinterfragen, welche die Welt bewegen. Wenn ich nicht weiß, was ich auf dieser Erde eigentlich soll, wenn ich nicht weiß, was für Sinn Leben hat, wenn ich nicht weiß, ob und wie es nach dem leiblichen Tod weitergeht, finde ich keine Ruhe. Das ist nicht nur Theorie. Es ist das, was ich erfahren habe. In mein Herz kann nur dann wirklicher Friede einziehen, wenn ich mich bedingungslos geliebt weiß von einem Gott, der sich offenbart, weil ER Seine Liebe an uns verschenken will. Abgesehen von dem was man Selbstsucht nennt, ist sich selbst lieben gar nicht so selbstverständlich. Mich selbst zu lieben, mich so anzunehmen wie ich bin, heißt die Gewissheit zu haben, dass ich Jesus gehöre, dass ER mir alle Sünden vergeben hat, und ich von aller Last befreit bin. „Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei“ (Johannes 8,36).

Mir scheint eine Welt ohne Gott genauso sinnlos, wie auch ein Gott ohne Jesus Christus. Was wäre ein Gott ohne den Versöhnungsakt von Golgatha, wo ER sich in der Gestalt Jesu Christi sogar den Verbrechern gleichstellt? ER war uns nie näher als zu dem Zeitpunkt der Kreuzigung, nie war Seine Liebe barmherziger. Jesus ist das größte Geschenk, das Gott uns geben will. Wir müssen Ihn nur annehmen. „Denn in Ihm hat ER uns erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war“ (Epheser 1,4). Wie sollte mein kleines Gehirn das je fassen können? Es geht nicht, mit ihm, die Größe Gottes zu ermessen. Aber mein Geist kann es einfach annehmen, wie kühles Wasser nach einer Durststrecke voller Qual - wie ein schon lang erwartetes Geschenk. Es ist ein riesiges Geschenk. Ich habe es vor sieben Jahren aufgemacht und bin immer noch am Auspacken des göttlichen Inhaltes. Damit werde ich sicherlich ein Leben lang beschäftigt sein.

So könnte es auch bei dir werden, falls es nicht schon ist. Du brauchst Jesus nur die Tür zu öffnen, ER klopft schon lange an. Du hast nichts zu verlieren, nur zu gewinnen. Jesus hat dem Tod in all seinen Formen - Egoismus, Neid, Habgier, Zorn, Rache, Hass - die Macht genommen. Wenn Du es zulässt, wird ER dich an Seinem Sieg teilhaben lassen. Voraussetzung ist, dass Du dich bewusst auf Seine Seite stellst - am besten durch ein persönliches Übergabegebet - und dich gegen alles Böse entscheidest und deine Schuld deutlich bekennst, eventuell vor Menschen und vor Gott. Der Begriff „Sünde“ hatte mich früher immer gestört, weil etwas furchtbar Anklagendes darin liegt. Ich dachte, ich hätte ja keine nennenswerte Sünde, bis mir klar geworden ist, die größte Sünde überhaupt ist die, wenn ich Gott nicht den ersten Platz in meinem Leben einräume. Alles, was ich tue und lasse, muss ich mit dem Blick auf Ihn vollbringen, denn ER ist die Lebensquelle. Es tut mir leid um jede Sekunde, die ich verbracht habe fern von Gott, wo ich nicht gefragt habe nach Seinem Willen, nicht Seine Liebe verstehen konnte, die Gnade, die Vergebung, und deshalb auch nicht den Trost und die Hoffnung kannte, die allein ER geben kann.   

Der allmächtige Gott hält für jeden einen Weg zum Glauben bereit. Wenn ich daran denke, wie sehr ich geprägt war von der atheistischen Weltanschauung des Schulungssystems im damals kommunistischen Rumänien, dann muss ich mich schon wundern über den Sinneswandel, der in mir hat stattfinden können. Ich sehe jetzt in dem Optimismus vor meiner Umkehr nichts anderes als eine Vorahnung des heranrückenden frohen Wandelns im Glauben an den auferstandenen Heiland.

Gott ist die Liebe in Person - ER liebt alle Seine Geschöpfe. Jesus Christus verzehrt sich aus Liebe zu dir und nichts wäre Ihm lieber, als dass auch Du aus freier Entscheidung diese Liebe erwiderst. So bedingungslos wie ER dich bereits angenommen hat, so musst auch Du Ihn annehmen. Wenn Du dich Jesus Christus mit ganzer Liebe zuwendest, kann die neue Beziehung zu Ihm Früchte bringen und dein Leben bereichern. Willst Du nicht, dass Jesus Christus dein Leben bestimmt? Willst Du nicht, dass diese Bindung aus dir einen neuen Menschen macht? Horche mal gut in dich hinein, was dein Herz sagt! Sagt es dir nicht auch, dass Gott Wirklichkeit ist und dein Leben am besten in Seinen Händen aufgehoben ist? Klar, die rohe Vernunft stellt das oft in Frage und lässt nicht locker, bis sie eine überzeugende Antwort bekommt. Wenn aber dein Herz sich eng an Gott klammert, verschwindet bestimmt auch bei dir die Unsicherheit. Wenn Du die Bibel und andere christliche Literatur liest, wirst Du mit der Zeit die Antworten finden auf deine speziellen Fragen.

Ich habe lange ringen müssen mit meinem Verstand, bis der annehmen konnte, dass es einen allmächtigen Gott gibt, der unser Makro- und Mikrokosmos völlig im Griff hat und auch in der Lage ist, Gebete zu erhören. Ich stelle mir das etwa so vor: Der Techniker baut alle Maschinen von innen nach außen auf. Aus kleinen Bestandteilen macht er verschiedene größere Bauteile, die in bestimmter Anordnung ganz toll funktionieren. So und noch vielschichtiger ist es in der Natur. Ob Lebewesen oder nicht, alles ist aufgrund eines kleineren, gut durchdachten „Bausteins“ aufgebaut. Die kleinsten bisher bekannten Bausteinchen (Teile des Atoms) können mit dem Mikroskop nicht gesehen werden. Um sie nachzuweisen, benötigen die Physiker eine eigens zu diesem Zweck entwickelte Technologie. Aus dem allerwinzigsten Bausteinchen, den sie bestimmt noch nicht entdeckt haben und vielleicht nie entdecken werden, besteht wahrscheinlich das, was Gottes Geist genannt wird, der alles durchdringt, zusammenhält, steuert, und mit der Kraft der reinen Gedanken bewegt werden kann. Weil Gott also sozusagen das Urprinzip des Universums ist, bei Ihm alles anfängt und aufhört, ER über und unter allem herrscht, ist die Frage nach der Entstehung Gottes, wie ich sie mir früher gestellt hatte, überflüssig.

Alles Greifbare, das existiert, hat seinen Grund. Scheinbar hat nicht alles einen Sinn, aber es ist alles entstanden, weil es ein Schöpfer gewollt hat. ER, den wir Menschen nur erahnen können, da wir in einer viel zu abstrakten Ebene leben, hat mit Sicherheit den besten Überblick und hat diejenigen Maßnahmen getroffen die am sinnvollsten sind. Die Meinung, dass man heutzutage, wo die Wissenschaft so viele Geheimnisse der Natur gelüftet hat, nicht mehr an Gott glauben braucht, halte ich für total verdreht. Die Wissenschaft stellt vieles fest, sie entdeckt und erfindet viele neue Sachen. Das ist jedoch nur möglich, weil die Materie in ihrer Grundstruktur erstaunliche Eigenschaften besitzt; aber niemand kann erklären, wieso sie diese eigentlich besitzt und wieso all die wundervollen Ereignisse im Mikro- und Makrokosmos überhaupt stattfinden. Auf diese Fragen gibt es nur eine Antwort: Weil der lebendige Gott die Materie geschaffen hat. Wissenschaftler können bloß spekulieren, wie die Atome und die Gene entstanden sind, aber sie werden nie imstande sein irgendwelche zu produzieren. Für mich sind die technischen Wunder, welche die wissenschaftliche Forschung hervorgebracht hat, ein Hilfsmittel für den Glauben an Gott, mit dem man kommunizieren kann, der helfen und alles erfassen kann. So zum Beispiel die Radio-, Ultraschall- und Mikrowellen, die Infrarot- und Röntgenstrahlen, die doch der beste Beweis dafür sind, dass man an Dinge glauben muss, die unsere Augen nicht sehen oder sogar alle unsere Sinnesorgane nicht unmittelbar wahrnehmen können. Die Radiowellen bringen uns durch den Äther den Ton und das Bild einer Sendung auf den Fernsehbildschirm. Warum sollte es dann nicht möglich sein, dass wir Visionen haben und Gottes Stimme hören können? Wir schalten mit der Fernbedienung verschiedene Geräte ein, schalten Programme um, öffnen unser Garagentor wie von Geisterhand. Warum sollte der allmächtige Gott nicht in der Lage sein im Verborgenen zu unserem Gunsten zu wirken? Es gibt unglaublich schnelle Elektronengehirne, Computer mit riesigen Speicherkapazitäten, die den Erdball umspannen. Warum sollte der allwissende Gott unsere Taten nicht alle registrieren, auswerten und beurteilen können?

  

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Ich glaube, dass der dreieinige Gott die einzige zeit- und raumlose Wirklichkeit ist, die schon vor Erschaffung der Welt existierte und sich wie ein roter Faden durch die Schöpfung zieht. Die Bibel berichtet als erstes: „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde“. Es wird uns nicht gesagt welche Zutaten ER dazu verwendet hat. ER hat sie einfach so gemacht - aus dem Nichts. ER hatte ja noch keinen Stoff zur Verfügung, den ER hätte verwenden können. Im Hebräerbrief 11,3 steht es ganz deutlich „Durch den Glauben erkennen wir, dass die Welt durch Gottes Wort geschaffen ist, so dass alles, was man sieht, aus nichts geworden ist“. In der Physik gibt es die sogenannte Planck-Ära – das sind die ersten 10-43 (10 hoch minus 43) Sekunden nach dem Urknall, der heute allgemein als „Geburt“ des Weltalls angesehen wird. Angeblich lässt sich nur vermuten, was in diesem winzigen Zeitraum geschah, aber darüber, was danach folgte, scheinen die Physiker gut Bescheid zu wissen. Sie haben errechnet, dass das Weltalls nach diesen 10-43 Sekunden eine Ausdehnung von 10-32 mm (10 hoch minus 32 Millimeter) hatte, was praktisch nichts ist (zum Vergleich: Ein Atom hat einen Durchmesser von 10-11 mm). Ich habe keine Ahnung, wie sie zu diesem Ergebnis gekommen sind, aber es waren bestimmt kluge Köpfe, die Jahre hindurch auf der Universität die neuesten teleskopischen Beobachtungen der Sternwarten, auf der Erdkugel und um sie rundherum, analysiert haben. Ist das nicht verblüffend?! Die Wissenschaft hat im Zeitalter der Weltraumfahrt das bewiesen, was die Bibel schon auf ihrer ersten Seite sagen will!

Die Bibel ist aber in erster Linie für das Herz, nicht für den Verstand, nicht für die Wissenschaftler, die nur das lehren, was sie eindeutig beweisen können. Aus der Feder von Blaise Pascal (1623-1662) stammt der Satz: „Das Herz hat seine Vernunftsgründe, die der Verstand gar nicht versteht“. „So gibt es auch in Gott Qualitäten, die man intellektuell nicht erklären kann, sondern nur mit dem Herzen, mit dem innersten Sein, zu erkennen vermag“ (Aiden Wilson Tozer, 1897-1963). Der Grund der Bibel ist Jesus Christus. „ER ist nur einer, und ist kein anderer außer Ihm“ (Markus 12,32). „Und in keinem andern ist das Heil, auch ist kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden“ (Apostelgeschichte 4,12). Sein Geist ist die positivste Kraft des Universums. Sie kann uns die Fähigkeit verleihen Grenzen zu überschreiten. Wer spürt, was die selbstlose Liebe bewirkt, der wird sich stets mit ihr verbinden. Was auch immer geschieht, ich werde mich immer fester halten an Jesus. Auch wenn mich in schlimmen Anfechtungen ab und zu noch Zweifelssplitter einholen sollten, was Gottes Allmacht betrifft, mein Bund mit dem Messias ist beschlossen für die Ewigkeit. Jeder Atemzug, der mir noch bleibt, will ich allein für Ihn tun. Dadurch werde ich jeden Tag reicher an Gottes Gnade, an Demut, an Glauben, an Hoffnung, an Liebe. An was sollte es mir noch mangeln? Jesus Christus, der Heiland, den nicht mal der zerschmetternde Kreuzestod bezwingen konnte, hat versprochen: „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“ (Matthäus 28,20). Nichts kann meine Seele mehr beflügeln als diese Zusage, dass des Weltalls Schöpfer mich stets überall begleitet. Es ist das Werk des Heiligen Geistes, dass wir erfahren können wie Glaube sich verwandelt in lebendige Hoffnung, feste Überzeugung und konkretes Handeln. In 2.Korinther 3,6 steht: „Der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig.“ „Gott ist Geist, und die Ihn anbeten, die müssen Ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten“ (Johannes 4,24). Dem, der das mit ganzer Willenskraft und Hingabe praktiziert, wird von einem Licht unverwechselbarer Klarheit durchflutet und eine so unbeschreiblich segnende Freude wird ihm zuteil, dass er darin nur noch die Gegenwart des Gottessohnes erkennen kann.

Du schüttelst jetzt vielleicht den Kopf und denkst, es ist alles nur Schwärmerei oder sogar Hirngespinst. Ich kann dir versichern, dass ich es sehr ernst meine und dass sich diese Gewissheit in mir verankert hat, obwohl ich einst gesagt habe, Gott gibt es nicht. Sollte dich Gottes Wort noch nie gerührt haben, möchte ich dir ein kleines Experiment vorschlagen: Vor allem dann, wenn Du an deinem Leben zweifelst oder Du in einer ausweglosen Situation bist, öffne die Bibel und lasse die Worte des Johannesevangeliums in dir wirken. Vergiss alles weltliche, was Du bis jetzt gelesen und gehört hast. Nimm dich selber, beziehungsweise deine Meinung, nicht so wichtig. Schließlich sind wir Menschen doch nur ein Sandkörnchen (wenn auch eins mit einem göttlichen Kern) am Strande des kosmischen Ozeans und haben im Normalfall keine Ahnung von den Wellen, die uns herangetrieben. Innerhalb unseres begrenzten Horizonts sind wir nicht in der Lage, all die Zusammenhänge zu erkennen, alles zu überblicken. Deshalb tun wir gut, wenn wir der Heiligen Schrift vertrauen, die ja ausschließlich von geistlich Hochbegabten inspiriert oder geschrieben wurde. Das Evangelium (frohe Botschaft) hat mir schon oft in meinen schwersten Stunden den erforderlichen Halt gegeben. Bevor ich Jesus Christus als meinen Meister erkannt, habe ich gedacht, mit meinem angeborenen Optimismus und den Wertevorstellungen, die ich mir angeeignet hatte, könnte ich mit jeder Schwierigkeit fertig werden. Inzwischen weiß ich, dass dies nicht geht. Ich war wegen Kreislaufschwäche und Herzrhythmusstörungen schon mehrmals in einem so kritischen Moment, dass ich fürchtete, der Tod steht mir bevor. Dann kannst Du nur ruhig bleiben und nicht durchdrehen, wenn Du Gott kennst als dein Erlöser und Freund, der dich trösten kann in aller Verlassenheit, da wo dir nicht mal alle Schätze der Welt noch was nützen.

Es ist logisch für mich, dass der Weg den Jesus Christus uns gezeigt hat, der einzige ist, der die Welt versöhnt und erlöst. Noch logischer ist, dass wir Gott alles zu verdanken haben, was wirklich zählt, weil wir das nicht selber machen können, sondern müssen es uns von Ihm schenken lassen. Völlig unlogisch aber ist die Tatsache, dass der Allmächtige in Menschengestalt sich für mich hat ans Kreuz schlagen lassen. Diese Liebe kann ich immer nur bewundern, loben und preisen und anbeten. Das einzige, was mir als Brücke dient, sie halbwegs richtig einzuordnen, ist die irdische Liebe - das unbeschreibliche Verlangen stets in der Nähe der Geliebten zu sein, für sie zu leben und zu sterben. Wenn nun die irdische Liebe mir schon die Sprache verschlägt, was will ich dann über die ganz und gar edle allumfassende Liebe sagen? Die göttliche Liebe, die Jesus Christus uns bewiesen hat, ist die gigantischste. ER hat sich erniedrigt und hat Sein Leben geopfert um uns zu erlösen. Es war das kostbarste Leben, das je existiert hat. Damit hat ER die Menschen aller Zeiten - bereits gestorbene, lebende und zukünftig sterbende - die Ihm ihre Seelen anvertraut haben, beziehungsweise anvertrauen werden, von allen Sünden und somit vom Gericht am Ende der Tage freigesprochen. Die schönste Bibelstelle für mich ist Johannes 15,13: „Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde“. Das ist mehr als alle Weisheit der materialistischen Philosophen, Schriftsteller und Dichter. „Hieran haben wir die Liebe erkannt, dass ER für uns Sein Leben hingegeben hat; auch wir sind schuldig, für die Brüder das Leben hinzugeben“ (1. Johannes 3, 16).

Früher dachte ich, Jesus von Nazareth musste am Kreuz nicht arg viel leiden, weil ER als Gottes Sohn übernatürliche Kräfte besaß. So kann man nur denken, wenn man Ihn nicht studiert hat. In Wirklichkeit hat ER mehr gelitten, als unser Menschenverstand sich das je wird vorstellen können. Als Jesus gekreuzigt wurde, war ER von Gott verlassen; der Draht nach oben war abgeschnitten, die Einheit mit dem Vater war vorübergehend zerstört, weil ER bereits alle Sünden der Welt auf sich geladen hatte und somit in Gottes unparteiischen Augen der Verachtetste war. Dementsprechend stark müssen auch Jesu seelische Schmerzen gewesen sein, wo ER doch der empfindsamste Mensch war, den es je gegeben hat, und immer den Willen Seines himmlischen Vaters tat. Jeder Schlag, mit dem die Nägel durch Seine Hände und Füße getrieben wurden, schien Ihm sicherlich eine Ewigkeit zu dauern. Das sollte unsereiner nie vergessen, wenn er wie viel auch immer zu leiden hat. Jesus Christus, obwohl ER Gottes Sohn war, musste mehr erdulden als jeder andere. Wie leicht erträglich wird da unsere bitterste Pein aus diesem Blickwinkel; denn ebenso wenig wie Jesu Leiden vergeblich war, wird auch unseres sein, wenn wir es, demütig wie ER, als Gottes Wille annehmen. Gott kann Sein Wirken in uns nur dann vollenden, wenn wir aufhören auf unseren eigenen selbstsüchtigen Wegen umherzuirren. Weil wir das mit unserer Willenskraft nur selten schaffen, müssen wir von einer Krankheit oder anderer Notlage geleitet werden. Erst wenn wir an den Punkt kommen, dass wir uns eingestehen müssen, mit unserem Latein am Ende zu sein, erinnern wir uns blass daran, dass wir schon mal was von Gott gehört haben oder – wie in meinem Fall – werden daran erinnert, dass es einen allmächtigen Helfer gibt und beginnen ernsthaft über Ihn nachzudenken. So manchem geht dann ein Licht auf. Er wird sich eingestehen müssen, dass er falsch gelebt hat: Er hat beschuldigt, statt zu verzeihen; er hat geredet, statt zu schweigen; er hat sich geweigert statt sich zu fügen; und so weiter. Nun, gewiss gibt es Not und Leid, die, mit unserer Logik betrachtet, keinerlei Sinn ergeben und uns an Gott zweifeln lassen. Ich vertraue fest darauf, wie es so schön in Jesaja 55,9 heißt, dass, soviel der Himmel höher ist als die Erde, so auch Gottes Gedanken höher als unsere sind. Da wird mir klar, dass ich kein Recht habe, Gott irgendwie anzuklagen. Auch dann nicht, wenn ich sehe, wie schrecklich die vielen Naturkatastrophen mit unzähligen Opfern sind. Es könnte ja sein, dass es die idealste Methode ist, uns eingebildeten Menschen deutlich zu machen, wie klein, zerbrechlich und schutzbedürftig wir sind. Wir müssen begreifen, dass wir immer bereit sein müssen, um dem Herrn unser Leben zu übergeben. Wir dürfen nicht so leben, als ob wir noch eine Menge Gelegenheiten hätten, mit Gott und der Welt ins Reine zu kommen. Die Entscheidung für Den zu leben, Der das Leben erfunden hat, ist die wichtigste in unserem Erdendasein. Deshalb sollten wir sie ohne Zögern, so schnell wie nur möglich treffen.

Wir tun uns sehr schwer mit dem Glauben an den lieben Gott, auch wenn wir an die vielen tausend Babys denken, die täglich verhungern. Wer aber Gott kennt, weiß, dass ER daran keinen Gefallen hat und Ihn das mehr schmerzt als sonst jemanden. Natürlich hätte ER die Macht den schlimmen Hungertod zu verhindern; aber wir törichten Menschen würden doch nie begreifen, wie verkehrt wir handeln, wenn uns nicht krass vor Augen geführt würde, welchen Mist wir bauen. Gott ist die Liebe und ER will, dass auch wir aus Nächstenliebe barmherzige Werke an den Elendsten tun. Wir dürfen nie vergessen: Das Reich Jesu Christi ist nicht von dieser Welt. Diese hiesige Welt – den Planeten Erde – hat ER uns Menschen anvertraut. Unterlassen wir es, im großen wie im kleinen gerecht zu sein, müssen wir klar zu sehen bekommen, wohin das führt. Je schlimmer unsere Missetaten, desto tragischer die Folgen. Das sollte nicht als Strafe angesehen werden, sondern als Ermahnung zur Umkehr.

Alles was wir sind und haben, verdanken wir der Gnade Gottes. Nehmen wir mal an, Gott zieht sich plötzlich aus Seiner Schöpfung zurück - alles würde in sich zusammenfallen wie ein Kartenhaus, an dem einer wackelt. Wir können überhaupt nichts dafür, dass wir leben und fähig sind zu handeln. Gott ist der einzige, der Geist einhauchen kann und ER ist auch der einzige, der ihn auslöschen darf. Deshalb ist es weise, wenn wir uns demütig Ihm unterordnen. Wir dürfen es mit freudiger Gelassenheit tun, weil Christus, der sich am meisten gedemütigt, den größten Sieg errungen hat. Wir sollten öfter nach Gottes Wille fragen, nicht nur fordern im Gebet nach unseren eigenen Wünschen. Wo mein Gebet gegen Gottes Wille ist, kann ER es nicht erhören, es sei denn mein treuer Glaube hilft mir. Ich wünschte Gott hätte meine Bitte bereits erfüllt und meine fortschreitende Krankheit geheilt, aber ich verlasse mich auf Ihn, ER weiß, was besser für mich ist.  

Das Geheimnis des ewigen Lebens, des Geborgenseins in Gott, Seiner bedingungsloser Liebe, die alle Widerstände bricht, lässt sich nicht ausdiskutieren und verhandeln, es will einfach erfahren werden aus Ehrfurcht vor dem Schöpfer. Als der geniale Thomas von Aquin (1225-1274) an seinem bis heute wegweisenden Lehrbuch „Summa Theologiae“ arbeitete, schrieb und diktierte er im Durchschnitt umgerechnet 12½ Schreibmaschinenseiten täglich, bis er sein Lebenswerk an einem Tag unerwartet abgebrochen hat. Am Morgen des 6.12.1273, während er die Messe feierte, hatte er eine Vision, die ihn tief erschütterte. Er sagt darüber nur: „Angesichts dessen, was ich schaute, kommt mir alles, was ich geschrieben habe, wie Spreu vor“. Danach schrieb und diktierte er nicht mehr. Er wartete auf das Ende seines Lebens.

Entscheidend ist, dass sich die Liebe Gottes in mein Herz einbrennt. Ihm allein gebührt Ehre und Ruhm. ER allein ist Herrscher über die Ewigkeit, ER allein schafft den Raum, die Zeit und alles was sich darin bewegt. ER kennt jedermanns Sorgen und weiß besser als wir selber, was unser Glück ist, weil wir ja Seiner Meisterhände Werk sind. Die Bibel sagt uns klar, was Gott gefällt, und infolgedessen auch dem Menschen dient. Ich darf von Gott erwarten, dass ER die Leere meiner Seele ausfüllt. Gott mag keine halben Sachen. Wenn wir was tun, müssen wir 100-prozentig dazu stehen. Hätte ER uns nicht Seine ganze Leidenschaft unter Beweis gestellt, indem ER für uns sogar die schrecklichen Qualen der Kreuzigung durchlitt, könnten wir Ihm nicht so uneingeschränkt vertrauen. Alle Sorgen dürfen wir Ihm bringen. Jesus sagt: „Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie? Wer ist unter euch, der seines Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt?“ (Matthäus 6,26-27). Wenn ich Gott gehöre, dann kümmert mich nicht mehr wieviel Geld ich in der Tasche habe, wieviel ich zu essen habe, wo ich übernachten kann, was ich anziehen soll, wer mir helfen wird, was denken die Leute über mich, und so weiter. Alles was ich dann noch begehre, ist die Gegenwart des Herrn, wie in Psalm 42 umschrieben: „Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir. Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, dass ich Gottes Angesicht schaue?“ Wer sich in aller Demut Ihm unterordnet, wer sich Seiner Führung anvertraut, wird Seinen Frieden und Seine wunderbare Kraft spüren. Ich weiß dann, dass der Allmächtige sich für mich einsetzt und alles mir zum Besten dient (Römer 8,28: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach Seinem  Ratschluss berufen sind“), obwohl es im Moment nicht danach aussieht. Wenn ich zum Beispiel darauf schaue, wie schlecht es um mich bestellt ist, weil der Muskelschwund an mir zehrt, dann vergeht mir das Lachen: Letztlich werden meine Atemmuskeln so geschwächt sein, dass ich ersticken muss. Viele meiner Leidensgenossen haben nicht mal das Alter von 30 Jahren erreicht. Allein Gott ist der Arzt, der mich körperlich gesund machen kann und mir bis dahin die innere Stärke geben, nicht zu verzweifeln. ER ist Anfang und Ende, Tod und Leben, bei Ihm schließen sich alle Kreise, bei Ihm ist nie Finsternis. Es spielt keine Rolle, ob ich 20 oder 90 Jahre lebe. Entscheidend ist nur, dass ich durch meinen freien Willen aus Seiner Barmherzigkeit, Gnade und Vergebung lebe. Wenn wir vor den treten werden, der selbst das Licht ist, können wir nur bestehen, wenn wir leuchten, wenn wir rein sind von aller Schuld. Und das schaffen wir nur, indem wir das Erlösungswerk Jesu Christi in Anspruch nehmen, uns den schmalen Pfad von Ihm zeigen lassen, der in Gottes Reich führt. Denn mit Seinem eigenen Leben hat Christus das Recht zum Betreten dieses Rettungspfades für die erkauft, die auf Seine Stimme hören. „Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass ER Seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an Ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben“ (Johannes 3,16).  

 

 

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Wissen, dass alles Sichtbare vergänglich ist

und mich freuen über das, was nie vergeht. . .

ER wird ewig bestehen, der ER ist – dreieiniger Gott,

Schöpfer des Himmels und der Erde,

Schöpfer des Lebens, der Freude und der Liebe.

ER, Vater und Sohn und Heiliger Geist,

verbirgt das Geheimnis, das hinter allen Dingen steckt,

über die wir Menschen nicht aufhören zu staunen.

ER ist prächtiger als alles,

was unsere Augen je gesehen

und unsere Ohren je gehört haben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Andreas Streitmatter   -  22.11.2001

 

 

 

 

 

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Am 15. März 2015 ist mein geliebter Mann heimgegangen zu unserem Herrn Jesus Christus. Nun darf er schauen, was er geglaubt hat. "Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört und in keines Menschen Herz gekommen ist, das hat Gott denen bereitet, die Ihn lieben" (1. Korinther 2,9).

Angelika Streitmatter

Lebenszeugnis von Andreas Streitmatter 61,10 MB
Beerdigungsansprache 7,46 MB
Lebenslauf Andreas Streitmatter 0,20 MB
Lied Freut euch, ich bin zu Hause 0,25 MB
Ausschnitt Hirtenbrief Nr. 29 3,23 MB
Ausschnitt Hirtenbrief Nr. 33 3,51 MB